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Tragender Leichtbau: Auszubildende und Studierende entdecken die Möglichkeiten des Stahlleichtbaus

Nichttragende Trockenbausysteme sind für den Innenausbau unersetzlich. Doch der Trockenbau kann mehr: Mit Konstruktionen in Stahlleichtbauweise können tragende Wände und Decken, selbstständige Raum-in-Raumsysteme und Gebäude errichtet werden. So erweitern sich die Möglichkeiten des Trockenbaus und der gesamten Branche enorm. Doch oft wird diese Bauweise in Studium und Ausbildung noch nicht vertieft vermittelt.Hier setzt ein vorbildliches Projekt an, bei dem ein ausgewählter studentischer Stahlleichtbauentwurf von Auszubildenden im Trockenbau in einer Fortbildungsveranstaltung unter Anleitung errichtet wurde.Ermöglicht wurde das Projekt im Rahmen der Hochschulinitiative „Moderner Aus- und Leichtbau“ durch das großzügige Materialsponsoring und die technische Begleitung von Protektorwerk und Siniat. Geplant und durchgeführt wurde das Projekt in Kooperation zwischen den Studierenden der Innenarchitektur der der Berlin International University of Applied Science und den Auszubildenden des Lehrbauhofs Berlin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg. Organisiert und begleitet wurde das Projekt von der Hochschulinitiative Moderner Aus- und Leichtbau. Die Entwurfsaufgabe war, für die Auszubildenden einen Pausenpavillon in Stahlleichtbauweise im Außenbereich des Lehrbauhofes zu kreieren, der mit Fliesen zeitgemäß gestaltet und mit integrierten Trockenbaumöbeln den Anforderung der jungen Nutzer entsprechen sollte. Dieser Herausforderung stellten sich Studierende der Innenarchitektur sehr kreativ, setzten sich aber auch intensiv mit  baukonstruktiven Aspekten des Stahlleichtbaus auseinander.

Der Stahlleichtbau als Bauweise ist leicht verständlich, denn er folgt mit seinem Ständerwerk und der Beplankung im Wesentlichen den Prinzipien des Trockenbaus. Da Konstruktionen des Stahlleichtbaus tragend sind, ist zusätzlich die Tragfähigkeit und Aussteifung sicherzustellen. Dies erfolgt durch die Rahmenbauweise mit biegesteifen Knotenpunkten, aussteifender Beplankung und den im Vergleich zum Trockenbau größeren Profilquerschnitten.Bei der richtigen Ausbildung der Details und der Wahl der statisch geeigneten Profile profitierten die Studierenden von der fachkundigen Beratung der Stahlleichtbau-Experten von Protektor. Bei der Beplankung fiel die Wahl auf Siniat LaPlura, der harten, holzfaserverstärkten  Mehrzweck-Gipsplatte. Anforderungen als erster und Siniat Weatherdefense – der wetterbeständigen Außenplatte – als zweiter Beplankungslage. So war eine dauerhafte und technisch hochwertige Lösung für den Außenpavillon gewährleistet.Die Entwurfsergebnisse der Studierenden waren vielfältig und zeigten die große  Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten im Stahlleichtbau. Am meisten begeisterte der Entwurf „Kiosk“, der mit geschickter Raumaufteilung, der Integration von Tischen und Sitzbänken und einer modernen Fliesenoptik überzeugte.

Die größte Herausforderung war bei diesem 1:1-Projekt natürlich die Bauphase des Rohbaus. Doch im Lehrbauhof stand mit Ausbildungsmeister Guido Schiller ein fachkundiger und zukunftsorientierter Ausbilder und ein hochmotiviertes Team von Auszubildenden zur Verfügung. Auch die ausbildenden Betriebe erkannten die Chance sofort und stellten ihre Auszubildenden extra für diese Fortbildung frei. Denn, obwohl der Stahlleichtbau eine tragende Bauweise ist,  entspricht die Montage im Wesentlichen den typischen Arbeitsschritten des Trockenbaus. So bietet sich der Stahlleichtbau als logische Erweiterung des Leistungsspektrums von Trockenbauunternehmen an.Der Pavillon wurde teilweise vor Ort errichtet und beplankt. Die Rück- und Seitenwände wurden in der Trockenbauhalle vom Team vorgefertigt und dann im Außenbereich errichtet. In einer Woche komplettierten die Auszubildenden den Pavillon im Rohbau. Das Team war überrascht über die Möglichkeiten der Bauweise und kann auf das Ergebnis stolz sein. Die Dach- und Bodenflächen des Pavillons wurden mit einer Flüssigabdichtung vor der Winterpause geschützt. Die Wandflächen mit Weatherdefense halten dem Wetter problemlos stand. Im Frühjahr wird das Projekt an die zukünftigen Fliesen-, Platten- und Mosaikleger im Lehrbauhof übergeben, die den Pavillon finalisieren, die farbenfrohe Gestaltung realisieren und den Pavillon dauerhaft wetterfest gestalten werden. Das Projekt begeistert alle Beteiligten. Die Auszubildenen und Studierenden sammelten wichtige Praxiserfahrung und der Lehrbauhof erhält einen Pausenpavillon und erweitert seine Lehrinhalte um die zukunftsträchtige Stahlleichtbauweise.

Die Hochschulinitiative bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten und besonders den Sponsoren Siniat und Protektorwerk für dieses großartige Projekt. Im Frühjahr geht es abschließend mit den Fliesenarbeiten weiter!

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